Winterschnitt vom Profi erklärt

Als Kellermeister und Betriebsleiter vom Weingut Leo HILLINGER möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in meine Tätigkeiten geben. Heute speziell ein paar Sätze zum Winterschnitt und was sonst noch an Arbeiten anfällt in der angeblich ruhigen Zeit.

Zunächst einmal das allerwichtigste für uns im Winter ist, dass unsere Weingärten für die nächste Saison vorbereitet werden. Das wird mit dem sogenannten Winterschnitt – hier gibt es verschiedene Bezeichnungen – gemacht. Schlussendlich ist es so, dass wir bei der Spaliererziehung, das heißt die Stöcke stehen nebeneinander in einem Drahtgerüst neben der Zeile, eine gewisse Art des Schnitts brauchen, um die Reben für das nächste Jahr optimal vorzubereiten.

Schlussendlich wählen wir mit dem Schnitt eine Route für das nächste Jahr aus. Bei der Route gibt es unterschiedliche Kriterien, angefangen von der Stärke bis hin zur Länge der Route. Dementsprechend geht man an den Stock heran, schneidet das Holz ab, das vom Vorjahr nicht mehr gebraucht wird und ebenso das Altholz. Das abgeschnittene Holz wird entfernt, diesen Vorgang bezeichnet man als „Herausziehen“. Wenn das Restholz dann weg vom Stock ist, bleibt eine Route stehen. Bei uns im Betrieb werden die Augen dann gezählt, da geht es um die Augen pro qm, also wie viele Triebe kommen im nächsten Jahr aus dem Stock heraus, und hiermit ist der Winterschnitt abgeschlossen.

Auch im Weinkeller sind in dieser Zeit viele Arbeiten zu erledigen. Unsere klassischen Weißweine werden schon langsam für die Füllung im März vorbereitet. Darunter fallen beispielsweise unser Gelber Muskateller Classic und unser Sauvignon Classic, die jetzt verschnitten werden. Wir cuvéetieren die Weine und bauen sie in unterschiedlichen Stufen aus – im Holz oder im Stahltank. Die Wintermonate nutzen wir, um unsere Rotweine in die Barriquefässer zu legen. Darin verbringen die Weine jetzt im Schnitt zwischen 11 und 24 bis hin zu 48 Monate, um in Ruhe zu reifen. Die Weine im Barriquefass werden das erste Mal nach einem Jahr bewegt. Im Keller ist also Hochbetrieb bevor wir im März abfüllen und das Ergebnis immer wieder verkosten müssen.

Euer Kellermeister DI (FH) Peter Zuschlag

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